Jun 20

Der Mensch nimmt alle seine Erfahrungen mit den fünf Sinnen auf. Doch die Sinne liefern dem Menschen nicht die eigentliche Wirklichkeit, sondern viel mehr Daten wie es z. B. bei einem Computer geschieht. Das Gehirn setzt dann diese Daten in Bilder, Töne, Empfindungen, Gerüche und Geschmäcker um. Erst danach beginnt eine Interpretation der Sinneswahrnehmungen und es werden ihnen unterschiedliche Bedeutungen zugeteilt.
Die Submodalitäten unserer fünf Sinne, sind der Code mit dessen Hilfe das Unterbewusstsein unsere Emotionen und Zustände verschlüsselt.
Submodalitäten sind die kleinsten wahrnehmbaren Untereigenschaften einer inneren Repräsentation der fünf Sinne. Also z. B. Helligkeit, Farbe, Größe beim sehen. Lautstärke, Tonlage, Geschwindigkeit beim Hören und Qualität, Intensität, Position bei den Empfindungen. Diese Formen der Unterscheidungen finden wir natürlich auch im Geruchs- und Geschmacksinn. Durch die Veränderung der Submodalitäten können wir unsere inneren Zustände verändern. Eine erfolgreiche therapeutische Veränderung ergibt sich dann, wenn sich die Submodalitäten dauerhaft im bisherigen Problemkontext hin zum Zielzustand ändern.

Auf dieser Grundlage wurden viele schnelle und wirkungsvolle Interventionsmuster entwickelt.

Es gibt drei wesentliche Grundvoraussetzungen bei der Arbeit mit Submodalitäten:

Der Klient muss in der Lage sein die SM willentlich zu beeinflussen (kann auch indirekt geschehen)

Das Unterbewusstsein muss kooperativ sein (Kooperation versus Widerstände)

Die Veränderung muss ökologisch sein.

Das herausfinden von Submodalitäten.

Um mit den Submodalitäten arbeiten zu können, müssen wir sie erst einmal kennen. Es gibt dafür im Wesentlichen drei Möglichkeiten.

1. Das direkte abfragen von Submodalitäten.

2. Auf Hinweise bei den Formulierungen der Klienten achten.

3. Nonverbale Hinweise beobachten.

Das direkte abfragen der Submodalitäten ist sicherlich die exakteste Vorgehensweise, sie setzt aber sowohl die Mitarbeit als auch gewisse Fähigkeiten des Klienten voraus.
Im Folgenden gibt es einige Frage Beispiele zu den unterschiedlichsten Sinnessystemen:


Visuell (Sehen):
Ist es farbig oder schwarzweiß?
Ist das Bild scharf oder unscharf?
Wie weit ist das Bild weg, schätzen Sie die Entfernung.
Sehen Sie sich selbst von außen oder befinden Sie sich in der Szene ?

Auditiv (Hören):
Hören Sie die Geräusche/Stimmen von innen her oder von Außen?
Wenn die Stimme von außen kommt, von wo genau kommt Sie her?
Ist die Tonlage höher oder niedriger als normalerweise?
Ist es eher lauter oder leiser als normal?

Kinästhetisch (Empfindung):
Wie würden Sie die Körperempfindung Beschreiben: warm, kalt, ein kribbeln oder ein Druck?
Wo genau spüren Sie die Empfindung?
Wie stark ist die Empfindung?

Olfaktorisch / Gustatorisch (Geruch und Geschmack):
Ist der Geruch aromatisch/verbrannt/stinkend usw.?
Ist der Geschmack eher süß oder sauer?

Wichtig:
Bei den Fragen sollte man sensibel sein und dem Klienten keine eigenen Vermutungen einreden bzw. den Klienten nicht durch eine Vorgabe dazu bringen die Submodalitäten entsprechend zu verändern.

Das Erkennen von Submodalitäten in der verbalen und nonverbalen Kommunikation:

Beispiele für Hinweise auf Submodalitäten im Sprachgebrauch:

Jetzt sehe ich klar.
Da Blick ich noch nicht durch.
Ich sehe rot.
Ich sehe schwarz.
Das ist mir zu hoch.
Der graue Alltag.
Eine düstere Zukunft.
Das ist schwarz - weiß Malerei.
Das schiebe ich weit von mir.


Das hört sich gut an.
Das ist so eine schrille Person.
Mein Leben ist so monoton.
Das klingt gut.
Bei mir hat's geklingelt.
Der Ton macht die Musik.

Das lässt mich kalt.
Das macht mich ganz heiß.
Ich brenne darauf.
Das liegt mir schwer im Magen.
Das juckt mich nicht.
Das ist mir zu schwer.
Das ist mir zu mühsam.
Da beißt Du auf Granit.


Das schmeckt mir nicht.
Die Sache stinkt.
Jetzt wird's mir zu brenzlig.
Das war bitter.



Solche Aussagen sind Hinweise auf Submodalitäten, sie zeigen auch, dass wir die inneren Repräsentationen sprachlich formulieren.



Nonverbale Hinweise:


Blickrichtungen, Gesten, unbewusste Bewegungen, Sprachtempo usw., sind weitere Hinweise die man in der Submodalitäten Arbeit nutzen kann.

Submodalitäten Interventionen:

Es gibt im Wesentlichen 3 Hauptarten von Submodalitäten Interventionen:

1) Kontrast Methode

2) Schwellenmuster

3) Swish Muster

Daneben gibt es noch viele weitere Interventionen, die kreative Einzellösungen darstellen und Kombinationen der oben aufgeführten Methoden. Auch bei der Arbeit mit inneren Bildern, Symbolen, mental Training und Time Line Therapy finden die Submodalitäten vielfältige Anwendung.

Kontrastmethode:
Mit der Kontrastmethode versucht man herauszufinden, welche Submodalitäten für die Veränderung am wichtigsten sind. Diese Submodalitäten nennt man Treiber- oder kritische - Submodalitäten.
Die Vorgehensweise dabei ist, das Abfragen der Submodalitäten bei den einzelnen Zuständen. Dabei achtet man auf die Unterschiede zwischen den
Zuständen und welche sie jeweils aufrechterhalten.

Anwendungsbeispiele sind: Veränderung unangenehmer Emotionen (auch Schmerz).  Veränderung einschränkender Glaubenssätze (auch Werte). Ressource Zustände nutzen. Modellieren.


Schwellenmuster:
Beim Schwellenmuster greift man auf die Erkenntnis zurück, das es eine Grenze oder Schwelle für jedes Verhalten gibt, ein "Überfressen", das dazu führt das man für immer kuriert ist.
Ein Beispiel dafür ist, wenn jemand gerne Mohrenköpfe isst und davon 30 bis 40 Stück auf einmal essen würde. Dies könnte leicht dazu führen das er nie mehr Mohrenköpfe sehen mag, geschweige denn Essen.
Bei diesen Interventionen wird die Treibersubmodalität eines Zwanges so verstärkt, bis sie eine Schwelle überschreitet die den Zwang auflöst.
Der Vorteil dabei ist das man nicht tatsächlich das zwanghafte Verhalten ausführen muss.
Vorsicht!
Diese Technik kann auch dazu führen das sich der Zwang verstärkt wenn z.B. die Schwelle nicht überschritten wird. Außerdem muss eine separate Ökologie Überprüfung stattfinden, da sie in der Intervention selbst nicht enthalten ist.

Swish:
Das Swish Muster eignet sich sehr gut um mit Ängsten und Zwängen zu arbeiten und vor allem um sich selbst ein positiveres Selbstbild zu schaffen.
Beim Swish wird ein Auslöser (für ein bestimmtes unerwünschtes Verhalten) dazu benutzt um das Gehirn in ein vorher erarbeitetes Ziel (positives Selbstbild) zu lenken.
Das besondere dabei ist, das ein natürlicher Auslöser dazu benutzt wird um es mit einem positiven Selbstbild zu verknüpfen, so dass der Auslöser nun zu einem gewünschten Ziel führt.
Der Swish setzt nicht bei der Verhaltensebene an, sondern auf der Fähigkeits- und Überzeugungsebene. Deshalb sind die Anwendungsmöglichkeiten.

Weitere Methoden folgen. Fragen können wie immer im Forum gestellt werden.

Posted by Uwe Schwarz

Jun 2

Verhandlungsreframing
(für zwei " Teile" , die miteinander in Konflikt stehen)


1. Finde einen Zustand, in dem du dich von dir selbst irgendwie gestört, abgelenkt o.ä. fühlst: "Immer wenn ich x will, passiert  „y.“ Oder, in der du inkongruent bist, wie z.B.: "ja, aber...; eigentlich..." ; "einerseits ja, andererseits nein"

Hier geht es also um zwei Seiten in mir, die scheinbar etwas Verschiedenes wollen. Scheinbar deshalb, weil es meistens so ist, das in der Tiefe der Motivationskette, die Teile das gleiche wollen. Das Problem ist eben auch, das egal was ich dann auch tue, ich es nie Ganz tun kann, weil die andere Seite dann stört oder sabotiert. Ein einfaches Beispiel wäre hier, ich möchte einerseits auf mehr Fortbildungen gehen, aber andererseits mehr Zeit mit meiner Familie verbringen. Auf den Fortbildungen bin ich mit dem Kopf bei meiner Familie und wenn ich bei meiner Familie bin, denke ich immer zu an meine Fortbildung. Die Worte Familie und Fortbildung können hier natürlich ausgetauscht werden.

2. Die Teile voneinander trennen, z.B.: dissoziiert in den Händen, den Teil, der für das "einerseits" steht, in die linke, der Teil, der für das "anderseits" steht, in die rechte Hand. Oder finde verschiedene Stellen im Raum (Raumanker)

Die Dissoziation der Teile, das visuelle Externalisieren,  erleichtert die Kommunikation und die Interaktion der Teile zueinander.

3. Die Teile charakterisieren und ihre positive Absicht finden:
Teile charakterisieren: z.B. über Aussehen, Gefühl, Symbol, Aufgabe, Alter usw.
Einverständnis für Kommunikation und Prozess einholen:
"Bist du bereit, mit mir über vereinbarte Zeichen zu kommunizieren?" " Angenommen, du könntest deine Aufgabe besser erfüllen, nachdem wir diesen Prozess durchlaufen haben, wärst du dann bereit, mit mir in Kontakt zu treten?".
Positive Absicht ermitteln (mit jedem Teil einzeln):
Aufgabe und die dahinter liegende positive Absicht erfragen – Absichtskette.

Das Charakterisieren der Teile schafft eine saubere Trennung und vermindert ein durcheinander innerhalb des Prozesses. Zudem gibt es weitere Informationen über das „Wesen“ der Teile. Hier ist es wichtig neutral zu bleiben, denn ein „dunkler, schwerer Teil“ ist auf den ersten Blick nicht so sympathisch wie ein „leichter, heller Teil.“

4. Die Teile miteinander kommunizieren lassen:
z.B.: über Dolmetscher, Besuche machen lassen, telefonieren:
Bedürfnisse und Defizite klären, gemeinsame Zielvorstellung entwickeln.

5. Ressourcen duplizieren und weitergeben:
wechselseitig Ressourcen geben lassen: z.B.: Symbole, Fähigkeiten usw.;
ev. auch Ressourcen von außen hinzunehmen - einander verzeihen lassen und miteinander versöhnen u.s.w.

Und sie werden sprechen ..... ;-)

6. Integration:
Möglichkeit a.): Beide Teile vollständig miteinander verschmelzen lassen: z.B. symbolisch die rechte und die linke Hand zusammenführen - ein neuer Teil entsteht aus den beiden alten.
Möglichkeit b.): Die beiden Teile eine Vereinbarung treffen lassen über ihr zukünftiges Zusammenspiel, das neue Verhalten. Dafür wird eine Probezeit vereinbart.

7. Ökocheck:
Sind noch andere Teile an diesem Verhalten beteiligt? Bei ja, zu Schritt 3.
Falls sich herausstellen sollte, das die neue Beziehung noch nicht optimal bzw. die getroffenen Vereinbarungen in der Realität nicht machbar sein sollten, werden die Teile den durchlaufenen Prozess einfach unbewusst erneut ablaufen lassen und neue Lösungswege und Vereinbarungen finden. Sofern sie mehr Unterstützung dafür brauchen sollten, unterrichten sie das Bewusstsein davon, das die entsprechende Hilfe organisieren wird.

8. Future Pace:

Diskussion im Forum


Posted by Uwe Schwarz

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May 2

Kreatives Umdeuten ( Reframing)
Die Grundlagen

Das "Teilemodell" im NLP
Das Teilemodell im NLP geht von der Grundannahme aus, dass die Persönlichkeit eines Menschen sich als ein aus vielen (meist unbewussten) Persönlichkeitsanteilen zusammengesetztes erklären lässt. Wir erfahren uns auf den ersten Blick als eine Persönlichkeit mit Verhalten, Fähigkeiten, Überzeugungen usw., doch nach diesem Modell gibt es ein ganzes System von Anteilen, die all dies hervorbringen. Deshalb erscheint uns unser verhalten und Denken oft so widersprüchlich.

Sprachliche Hinweise auf eine solche innere Aufteilung sind z.B.:
„einerseits – andererseits“ „etwas in mir zwingt (bremst) mich...“ „In dem Moment war ich nicht ich selbst.“ „Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust.“ „ja, aber...“ usw.

In diesem Modell gibt es z.B.:
einen "Teil", der dafür verantwortlich ist, dass ich morgens aufstehe. einen "Teil", der dafür verantwortlich ist, dass ich rauche.
einen "Teil", der dafür verantwortlich ist, dass ich auf Kritik wütend reagiere. Wir kennen das auch aus verschiedenen Lebenskontexten - Je nach dem wo ich mich z.B. befinde, scheine ich auch in eine andere Rolle zu schlüpfen – in der Firma, beim Partner oder als Elternteil.

Weiter gehen wir im NLP von der Annahme aus, dass jeder dieser Teile mit dem was er tut, eine gute Absicht verfolgt, unabhängig davon, ob wir die Art und Weise, wie er das tut, schätzen oder ablehnen. Das soll heißen, wenn wir in der Absichtskette nur tief genug graben, erscheint letztendlich ein positiver Grund, auch wenn das Verhalten absolut verwerflich erscheint.
Bei der Arbeit mit Teilen wird deshalb zunächst die positive Intention des Teils, der die unerwünschte Verhaltensweise/Reaktion/Emotion hervorbringt herausgefunden und gewürdigt, so dass eine Aussöhnung mit dem Verhalten (und dem Teil, der dieses Verhalten auslöst) möglich wird. Danach werden neue Möglichkeiten zur Verwirklichung dieser positiven Absicht gefunden. Ein ausgeglichener und kongruenter Mensch lebt - entlang dieses Modells gedacht - in Harmonie mit all seinen verschiedenen Persönlichkeitsanteilen.

Die Vorannahmen


Beim Reframing wird im von folgenden Annahmen ausgegangen:
•    Jedes Verhalten ist in irgendeinem Kontext sinnvoll.
•    Jedem Verhalten wird eine Bedeutung zugeschrieben.
•    Hinter jedem Verhalten steckt eine positive Absicht.
 
Probleme haben wir dann,
•    wenn ein Verhalten in einem unpassenden Kontext auftritt; d.h. wenn ein Verhalten auf Kontexte generalisiert wird, auf die es nicht passt.
•    wenn einem Verhalten eine "falsche/unpassende" Bedeutung zugeschrieben wird,
•    wenn zwischen dem tatsächlichen Verhalten und der dahinter liegenden Intention nicht unterschieden wird

Unter "Verhalten" verstehen wir hier:
•    sichtbare Verhaltensweisen (was genau tut eine Person?)
•    beobachtbare physiologische Merkmale ( Mimik, Gestik, etc.)
•    innere Prozesse (innere Bilder, Geräusche, Stimmen, Gefühle, etc.)

Entsprechend dieser Voraussetzungen unterscheiden wir folgende Arten des Umdeutens (Perspektiven Wechsels):

Kontextreframing:
Einordnen eines unerwünschten Verhaltens in einen dafür passenden Kontext und Finden eines neuen, passenden Verhaltens für den bisherigen "Problemkontext". Das kann sich auch auf Gefühle beziehen, so ist Angst in bestimmten Situationen angemessen, während sie z.B. bei einer Prüfung weniger passend ist.

Bedeutungsreframing:
Finden einer "passendere" Bedeutung für das als problematisch erlebte Verhalten = anderer Blickwinkel auf dasselbe Phänomen. Bezeichne ich z.B. mein Kind als Stur, könnte es auch als Ehrgeizig gesehen werden.

Bedeutungs- und Kontextreframing
sind die übergreifenden Grundmuster des kreativen Umdeutens.

Im Bedeutungsreframing wird für ein als problematisch erlebtes Verhalten (oder Zustand) eine andere, passendere Bedeutung gefunden. Dazu dienen z.B. Fragen nach der positiven Folge des Verhaltens (sekundärer Gewinn).

Beim Kontextreframing wird das unerwünschte Verhalten/ der "unpassende" Zustand in einen dafür passenden Kontext eingeordnet.
In beiden Fällen wird die Perspektive/ der Standort gewechselt und damit eine Neueinordnung und Neubewertung des beklagten Verhaltens ermöglicht.

Bedeutungs- und Kontextreframing
können in Form von verbalen Interventionen geschehen. Eine "Klage" (Zustandsbeschreibung mit offensichtlichen Meta – Modell - Verletzungen) wird sprachlich "torpediert". Besonders wirkungsvolle verbale Reframings werden "Power oder Punch-Reframings" genannt.

Das verbale Reframen ist nützlich als Vorbereitung für eine NLP-Intervention, denn der Perspektivenwechsel führt zu einer Zustandsveränderung, meist auch zu einer "Versöhnungsphysiologie" und schafft damit gute Voraussetzungen für eine effektive Arbeit.

Bedeutungs- und Kontextreframing sind auch die Grundlagen bestimmter NLP- Techniken:

Das Sechs-Stufen-Reframing z.B. ist ein Bedeutungsreframing.

Die Vorannahme bei dieser Intervention ist, dass es sich hier um einen Teil mit positiver Intention und unzureichenden Strategien zu seiner Umsetzung handelt. D.h.: Das Verhalten wird umgedeutet (gute Absicht). Das schafft die Basis für die Veränderungsarbeit: Jetzt werden neue, kreative Strategien zur Realisation der eigentlichen Intention gefunden.

Im Kontextreframing ist die Richtung eine andere. Hier ist die Vorannahme, dass jedes Verhalten einen Sinn macht in irgendeinem Kontext.
Bei dieser Technik wir das alte unerwünschte Verhalten in einen neuen Kontext transportiert und eine neue Verhaltensmöglichkeit für den alten Kontext gefunden. Hier erfolgt die Veränderung über die Veränderung des Kontextes, des äußeren Rahmens.

Im Verhandlungsreframing fließen sowohl das Kontext- wie das Bedeutungsreframing mit ein.

Auch hier ist die Vorannahme, dass es sich um sinnvolles Verhalten handelt (positive Absicht), das jedoch unkoordiniert abläuft, da sich hier zwei Teile miteinander im Konflikt befinden. Über die Kommunikation der Teile untereinander werden hier letztlich neue Kontexte (Rahmenbedingungen) geschaffen, die es beiden ermöglicht ihre gute Absicht zu erfüllen.

Sechs-Stufen- Reframing (einfaches Standard Beschreibung)

1.    Identifiziere unerwünschtes Verhalten "X" (z.B. Jähzorn)

2.    Kommunikation mit dem Teil, der für "X" verantwortlich ist:
a) Frage innerlich: "Lieber Teil, der für "X" verantwortlich ist, bist Du bereit, mit mir im Bewusstsein zu kommunizieren? Wenn ja, sende mir bitte ein deutlich wahrnehmbares Signal (VAKO)." Bedanke Dich bei dem Teil für die Kommunikation!

b) Etabliere ja/nein Bedeutung (Muskeltest, ideomotorisches Signal, verbal):

3. Trenne Verhalten von der Intention:
Frage innerlich "Bist Du bereit, mir die positive Intention bewusst zu machen?" "Dann mach das bitte jetzt." Bei Nein: Will er die Information in anderer Form übermitteln? Wenn er sie unbewusst lassen will, ist es auch O.K.

"Wenn es andere Wege gäbe, diese positive Absicht zu erreichen, wärst Du bereit diese kennenzulernen und auszuprobieren?

Bedanke Dich bei dem Teil für die Kommunikation!

3.Neue Wege finden, die positive Intention ohne die unerwünschten Nebeneffekte zu erreichen:

a) Kontakt zu kreativem Teil aufnehmen.
b) Bitte den kreativen Teil viele Möglichkeiten zu generieren, die positive Absicht zu erreichen und diese dem "X"- Teil zu unterbreiten. Bitte den "X"- Teil aus den vorgeschlagenen Alternativen wenigstens drei auszuwählen, die die positive Absicht mindestens genauso effektiv erreichen wie "X". Bitte ihn, Dir für jede gefundene neue Möglichkeit das "ja" Signal zu schicken. Die neuen Möglichkeiten können bewusst werden oder unbewusst bleiben. Beides ist in Ordnung.

5. Neue Verhaltensweisen implementieren:
"Willst Du die Verantwortung dafür übernehmen diese neuen Möglichkeiten in der nächsten Zeit auszuprobieren und zu prüfen, ob sie gut sind (falls nicht: selbstständig diesen Prozess neu durchlaufen). Falls ja: weiter zu Schritt 6: Falls nein: Zurück zu Schritt 4

6. Ökologie - Check: Frage innerlich:
"Gibt es irgendeinen Teil, der Einwände gegen die neuen Wege hat?" Wenn ja:
Bedanke Dich bei dem einwanderhebenden Teil für seine Kommunikation!
Mit diesem/ diesen Teil/ en zurück zu Schritt 2. In Schritt 4 dann Konferenz aller beteiligten Teile mit dem kreativen Teil. Wenn nein: Future Pace

7. Future Pace

In weiteren Beiträgen werde ich noch die anderen Reframings vorstellen. Wenn solche Techniken vorgestellt werden, können Sie im Forum anmelden und ein Thema dazu eröffnen um die Technik zu diskutieren. Das ist für Kenner und Interessierte gleichermaßen eine gute Möglichkeit tiefer in das NLP einzusteigen, auch über eine Ausbildung hinaus.

Posted by Uwe Schwarz

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Apr 29

Re - Imprinting  - Glaubenssätze
nach R. Dilts

Glaubenssätze sind Generalisierungen, subjektive Interpretationen von persönlichen Erfahrungen. Bestimmten Lebenserfahrungen wird eine Bedeutung zugemessen, die sie nicht unbedingt haben und so können sie einschränkend oder erlaubend sein. Es sind Glaubenssätze über Ursachen - Wirkung, Bedeutungen, Begrenzungen und Erlaubnis. Sie können sich auf das Verhalten, die eigenen Fähigkeiten, auf die Identität (Ich bin) und Zugehörigkeit (ich gehöre zu..) wie auf die Welt im Allgemeinen beziehen.

Es sind Axiome, Grundannahmen, die Aussagen über Erlaubnis und Grenzen des eigenen Lebens machen. Oft sind es Glaubenssätze, die eine Ursache-Wirkung (A = B) oder eine Äquivalenz -Beziehung (A = B, bzw. A ist nicht = B) enthalten. Solche Glaubenssätze sind oft überhaupt nicht logisch und müssen auch nicht mit der „Realität“ übereinstimmen. Realität ist für jeden eine Subjektive Angelegenheit und besteht aus gesellschaftliche Übereinkunft, Übernahme und persönliche Interpretation.
Überzeugungen haben auf der Welt verheerendes Angerichtet, aber auch viel Positives. Jeder Mensch ist eingebunden in ein Netz aus Glaubensätzen, dem Glaubenssystem. Solche Systeme gibt es individuell wie auch kollektiv.

Beispiele solcher Generalisierungen sind:
 
Verallgemeinerung über kausale Beziehungen von Ursache und Wirkung
Kaba macht groß und stark :-)
Verallgemeinerungen über Bedeutungs-Beziehungen
Wenn ich rauche, gehöre ich zu den Großen.
Verallgemeinerungen über Grenzen- was ist Möglichkeit und was nicht.
Mit meiner Ausbildung komme ich nicht weit.
Verallgemeinerungen über Identität
Ich bin ein zurückhaltender Mensch
 
Einschränkende Glaubenssätze können häufig solche Strukturen aufweisen

1. Hoffnungslosigkeit:
Der Glaube, dass das ersehnte Ziel unerreichbar ist, egal welche Fähigkeiten man besitzt und einsetzt.
„Es ist Hoffnungslos, es wird sich nie ändern“

2. Hilflosigkeit:
Der Glaube, dass es zwar prinzipiell möglich ist, das angestrebte Ziel zu erreichen, aber man selbst dazu einfach nicht imstande ist und sein wird.
“Alle können es nur ich schaffe es nicht, egal was ich auch tue“

3. Wertlosigkeit:
Der Glaube, dass es unmöglich ist, das ersehnte Ziel zu erreichen, weil man es nicht wert ist, oder weil man etwas getan oder unterlassen hat. Das Thema verdient ist in unserer Gesellschaft weit verbreitet.
“Ich verdiene es nicht gesund zu werden/erfolgreich zu sein“

Die tiefsten Glaubenssätze sind die über unsere Identität und Zugehörigkeit.
Glaubenssätze die eine generelle Aussage über mich als Mensch machen, oder zu wem ich gehöre. „Ich bin dumm“ ist etwas viel umfassender als „das kann ich noch nicht.“ „Die Welt ist schlecht“ als „es gibt gute und böse Menschen.“

Die am schwierigsten zu erkennenden Glaubenssätze sind die, die den meisten Einfluss auf uns haben. Sie sind meist außerhalb unserer Wahrnehmung (Unbewusst) und werden deshalb nicht hinterfragt. Sie sind uns selbstverständlich.

Da auch der Coach/Therapeut in ein Glaubenssystem eingebunden ist es wichtig, sich seines eigenen Systems weitgehend bewusst zu sein. Jede Methode hat zudem seine ausgesprochenen oder auch unbewussten Grundannahmen über Ursachen und Anatomie von Problemen. Hier ist es ebenfalls wichtig zu wissen, das diese Annahmen nützlich sein können, aber nicht der Wahrheit entsprechen. Diese Aussage gilt auch, wenn man 100mal eine vermeintliche Ursache festgestellt hat. Offenheit dem gegenüber was kommt ist eine wesentliche Richtlinie.
 
Zu dem ist es wichtig, dass auch der Klient viele Sicherheitsmechanismen haben kann um das Kern Thema verborgen zu halten. Diese müssen nicht bewusst sein und so können Teile des Klienten, etwas Ernstes ins spaßige ziehen, ablenken durch nichtrelevante Themen, ein zweitraniges Problem vorschieben, im Kreis herum führen und so weiter.

Der Prozess beginnt damit, dass man das unverwünschtes Verhalten identifiziert, das mit einem einschränkenden Glauben zu tun hat.
Dann suche die Stelle, an der du eine Art "Sackgasse" findest oder beim Fragen auf Widerstand seitens des Klienten stößt.

Anzeichen dass du auf der richtigen Spur bist, sind Phänomene wie: "eine Nebelwand im Hirn", „da ist nichts mehr,“ „das ist nur noch leere“(innere Blockade), offensichtlich falsche Hinweise und Ablenkungsmanöver seitens des Klienten (trotz Rapport).

Aussagen, die anzeigen, dass du eine solche "Sackgasse" im Denken des Klienten gefunden hast, die mit dem einschränkenden Glaubenssatz zu tun haben könnten ist, sind folgende:

Es macht zwar überhaupt keinen Sinn, aber....
Ich weiß nicht, was mich hindert....
Das bin/ wäre einfach nicht ich.
Ich muss einfach/ ich kann einfach nicht....
Es ist eben so..../ Ich kann es ja auch nicht verstehen...
Das ist nichts ...

Die geläufigsten Probleme, die mit Glaubenssätzen verbunden sind, sind die folgenden:

(= das Ende der Vernunft)

Double Bind:
Verdammt bin ich, wenn ich's tue, verdammt, wenn ich's nicht tue. Heißt also, egal was ich tue, es ist immer falsch.

Endlosschleifen:
Ich bin nichts wert, weil ich nicht es tue und ich kann nichts tun, weil ich nichts wert bin.

Paradoxe:
Ich versuche so sehr mich zu schützen, dass ich mich ständig in riskante Situationen begebe.
 
Der Re - Imprinting - Prozess

Eine Prägung (Imprint) ist eine einschneidende Erfahrung aus der Vergangenheit, aus der der Betroffene einen Glaubenssatz oder ein Bündel von Glaubenssätzen geformt hat. Eine solche Prägung beinhaltet meist auch eine unbewusste Rollen Übernahme von anderen wichtigen Personen, die damit zu tun hatten.

Das Re-Imprinting hat den Zweck, die fehlenden Ressourcen zu finden, den Glaubenssatz zu verändern und das Rollenmodell, das dort entwickelt wurde, an die realen und aktuellen Gegebenheiten des Betreffenden anzupassen.

A = Klient
B= Berater


1. A identifiziert ein einschränkendes Verhalten, dass er ändern möchte.

2. B identifiziert die dazu gehörigen Symptome (Gefühle, Worte, Vorstellungen), die mit dem Verhalten einhergehen. B erfragt den zugrundeliegenden Glaubenssatz. (Auf der Installierten Time Line)

Kennzeichen: Hoffnungslosigkeit, Hilflosigkeit oder Wertlosigkeit, das Ende der Vernunft. - ankern
Erfrage die dazugehörigen Submodalitäten (das, was A zuerst einfällt): - ankern.
Zu Beginn wird also der Problemzustand geankert (in der Regel ein körperlicher Anker, der gehalten wird). Nun geht der Klient rückwärts auf der Time –Line, dem Gefühl folgend zurück in die Vergangenheit. Mit den Kennzeichen, ist gemeint, das es bevor der wesentliche Punkt erreicht wird, oft diffus werden kann, scheinbar nichts mehr kommt, oder das z.B. die beschriebenen Ablenkungsmanöver kommen.

Im Allgemeinen besteht der Re – Imprinting darin Ressourcen in die traumatische Situation zu bringen und diese auch den beteiligten Personen zu geben. Man möchte diese Prägung – Neu Prägen.
Es können aber auch systemische (Familiensystem) Situationen auftreten, wo man dann Fremdgefühle zurückgibt und ähnliches. Genauso kann es auch vorkommen dass der Klient dabei in ein früheres Leben rutscht. Hier müssen Sie offen bleiben und diese Erinnerung genauso behandeln wie wenn es eine Prägung aus dem „aktuellen“ Leben wäre.
Mit Teilen die Widerstände haben könnten, kann man zudem viel leichter umgehen, wenn man den ersten Schritte aus Phase 1 aus dem MST verwendet (siehe Mind System Transformation).

3. A geht nun mit diesem Anker seinen Lebensweg zurück, bis zu der Stelle, wo er die früheste Erfahrung mit dem Gefühl/Symptom gemacht hat.
Lasse A hier die Generalisierung bzw. den Glaubenssatz finden, den er aus dieser Erfahrung heraus Entwickelt hat.

4. Lasse A noch einen weiteren Schritt zurückgehen, bis zu dem Punkt, wo die Erfahrung noch nicht statt gefunden hatte. Dann tritt A aus seiner Zeitlinie heraus und kehrt in die Gegenwart, dissoziiert zu seiner Zeitlinie, zurück und blickt auf die prägende Erfahrung in seiner Vergangenheit.

Bitte A die Auswirkungen dieser Erfahrung auf sein späteres Leben zu bemerken. Lasse A auch - sofern vorhanden - weitere Generalisierungen und Glaubenssätze identifizieren, die er vielleicht später aus dieser Erfahrung heraus entwickelt hatte.

5. Finde die positiven Absichten, die sekundären Gewinne oder positiven Auswirkungen, die mit dieser Erfahrung verbunden sein mochten-

Finde wichtige andere Personen, die zu dieser Erfahrung gehörten. Manches Symptom hat damit zu tun, dass der Betroffene eine Rolle eines daran Beteiligten Übernommen/modelliert hat. Finde auch für diese Personen und ihr Verhalten die positive Absicht. Um dies heraus zu finden, kannst du A diese Menschen z.B. einfach fragen lassen (Auch mehrfach die positive Absicht dahinter erfragen)

6. Gehe für alle Personen, die mit der Prägungssituation in Verbindung stehen die folgenden Schritte durch (ähnlich wie Meta-Mirror, nur auf der Timeline):

a.) Finde aus der Dissoziation die Ressourcen oder Wahlmöglichkeiten, die die Person damals gebraucht hätte, aber nicht hatte. Du kannst Ressource-Anker stapeln, Erfahrungen auf der Time- Line einsammeln, Core-Zustände, Energie, Farben etc. schicken. Lasse deine Phantasie spielen. Achte bei den Ressourcen auf die logischen Ebenen.

b.) Lasse A mit all diesen Ressourcen in die Erfahrung desjenigen eintreten, assoziieren, der sie damals benötigt hätte. Aktiviere dabei den Anker, die Ressourcen.

Lasse nun die Person die gesamte Situation mit den Ressourcen neu erleben.

c.) Lasse A wieder aus der Zeit-Linie heraustreten und aus der Dissoziation die gemachte Erfahrung neu einschätzen:

Wie haben sich die Wahrnehmung der Situation, die Generalisierungen, die daraus gebildeten Glaubenssätze verändert? Welche neue Lernerfahrung möchte A aus der gesamten Erfahrung jetzt ziehen?

7. Bitte A die wichtigste Ressource zu finden, die er gebraucht hätte und ankere sie. Mit diesem Anker lasse A zurückgehen zu einem Punkt kurz bevor er diese Erfahrung machte.
Lasse A diese Ressource in sein jüngeres Selbst aufnehmen und die gesamte Time-Line hindurch bis zur Gegenwart gehen.



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Posted by Uwe Schwarz

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