Der Mensch nimmt alle seine Erfahrungen mit den fünf Sinnen auf. Doch die Sinne liefern dem Menschen nicht die eigentliche Wirklichkeit, sondern viel mehr Daten wie es z. B. bei einem Computer geschieht. Das Gehirn setzt dann diese Daten in Bilder, Töne, Empfindungen, Gerüche und Geschmäcker um. Erst danach beginnt eine Interpretation der Sinneswahrnehmungen und es werden ihnen unterschiedliche Bedeutungen zugeteilt.
Die Submodalitäten unserer fünf Sinne, sind der Code mit dessen Hilfe das Unterbewusstsein unsere Emotionen und Zustände verschlüsselt.
Submodalitäten sind die kleinsten wahrnehmbaren Untereigenschaften einer inneren Repräsentation der fünf Sinne. Also z. B. Helligkeit, Farbe, Größe beim sehen. Lautstärke, Tonlage, Geschwindigkeit beim Hören und Qualität, Intensität, Position bei den Empfindungen. Diese Formen der Unterscheidungen finden wir natürlich auch im Geruchs- und Geschmacksinn. Durch die Veränderung der Submodalitäten können wir unsere inneren Zustände verändern. Eine erfolgreiche therapeutische Veränderung ergibt sich dann, wenn sich die Submodalitäten dauerhaft im bisherigen Problemkontext hin zum Zielzustand ändern.
Auf dieser Grundlage wurden viele schnelle und wirkungsvolle Interventionsmuster entwickelt.
Es gibt drei wesentliche Grundvoraussetzungen bei der Arbeit mit Submodalitäten:
Der Klient muss in der Lage sein die SM willentlich zu beeinflussen (kann auch indirekt geschehen)
Das Unterbewusstsein muss kooperativ sein (Kooperation versus Widerstände)
Die Veränderung muss ökologisch sein.
Das herausfinden von Submodalitäten.
Um mit den Submodalitäten arbeiten zu können, müssen wir sie erst einmal kennen. Es gibt dafür im Wesentlichen drei Möglichkeiten.
1. Das direkte abfragen von Submodalitäten.
2. Auf Hinweise bei den Formulierungen der Klienten achten.
3. Nonverbale Hinweise beobachten.
Das direkte abfragen der Submodalitäten ist sicherlich die exakteste Vorgehensweise, sie setzt aber sowohl die Mitarbeit als auch gewisse Fähigkeiten des Klienten voraus.
Im Folgenden gibt es einige Frage Beispiele zu den unterschiedlichsten Sinnessystemen:
Visuell (Sehen):
Ist es farbig oder schwarzweiß?
Ist das Bild scharf oder unscharf?
Wie weit ist das Bild weg, schätzen Sie die Entfernung.
Sehen Sie sich selbst von außen oder befinden Sie sich in der Szene ?
Auditiv (Hören):
Hören Sie die Geräusche/Stimmen von innen her oder von Außen?
Wenn die Stimme von außen kommt, von wo genau kommt Sie her?
Ist die Tonlage höher oder niedriger als normalerweise?
Ist es eher lauter oder leiser als normal?
Kinästhetisch (Empfindung):
Wie würden Sie die Körperempfindung Beschreiben: warm, kalt, ein kribbeln oder ein Druck?
Wo genau spüren Sie die Empfindung?
Wie stark ist die Empfindung?
Olfaktorisch / Gustatorisch (Geruch und Geschmack):
Ist der Geruch aromatisch/verbrannt/stinkend usw.?
Ist der Geschmack eher süß oder sauer?
Wichtig:
Bei den Fragen sollte man sensibel sein und dem Klienten keine eigenen Vermutungen einreden bzw. den Klienten nicht durch eine Vorgabe dazu bringen die Submodalitäten entsprechend zu verändern.
Das Erkennen von Submodalitäten in der verbalen und nonverbalen Kommunikation:
Beispiele für Hinweise auf Submodalitäten im Sprachgebrauch:
Jetzt sehe ich klar.
Da Blick ich noch nicht durch.
Ich sehe rot.
Ich sehe schwarz.
Das ist mir zu hoch.
Der graue Alltag.
Eine düstere Zukunft.
Das ist schwarz - weiß Malerei.
Das schiebe ich weit von mir.
Das hört sich gut an.
Das ist so eine schrille Person.
Mein Leben ist so monoton.
Das klingt gut.
Bei mir hat's geklingelt.
Der Ton macht die Musik.
Das lässt mich kalt.
Das macht mich ganz heiß.
Ich brenne darauf.
Das liegt mir schwer im Magen.
Das juckt mich nicht.
Das ist mir zu schwer.
Das ist mir zu mühsam.
Da beißt Du auf Granit.
Das schmeckt mir nicht.
Die Sache stinkt.
Jetzt wird's mir zu brenzlig.
Das war bitter.
Solche Aussagen sind Hinweise auf Submodalitäten, sie zeigen auch, dass wir die inneren Repräsentationen sprachlich formulieren.
Nonverbale Hinweise:
Blickrichtungen, Gesten, unbewusste Bewegungen, Sprachtempo usw., sind weitere Hinweise die man in der Submodalitäten Arbeit nutzen kann.
Submodalitäten Interventionen:
Es gibt im Wesentlichen 3 Hauptarten von Submodalitäten Interventionen:
1) Kontrast Methode
2) Schwellenmuster
3) Swish Muster
Daneben gibt es noch viele weitere Interventionen, die kreative Einzellösungen darstellen und Kombinationen der oben aufgeführten Methoden. Auch bei der Arbeit mit inneren Bildern, Symbolen, mental Training und Time Line Therapy finden die Submodalitäten vielfältige Anwendung.
Kontrastmethode:
Mit der Kontrastmethode versucht man herauszufinden, welche Submodalitäten für die Veränderung am wichtigsten sind. Diese Submodalitäten nennt man Treiber- oder kritische - Submodalitäten.
Die Vorgehensweise dabei ist, das Abfragen der Submodalitäten bei den einzelnen Zuständen. Dabei achtet man auf die Unterschiede zwischen den
Zuständen und welche sie jeweils aufrechterhalten.
Anwendungsbeispiele sind: Veränderung unangenehmer Emotionen (auch Schmerz). Veränderung einschränkender Glaubenssätze (auch Werte). Ressource Zustände nutzen. Modellieren.
Schwellenmuster:
Beim Schwellenmuster greift man auf die Erkenntnis zurück, das es eine Grenze oder Schwelle für jedes Verhalten gibt, ein "Überfressen", das dazu führt das man für immer kuriert ist.
Ein Beispiel dafür ist, wenn jemand gerne Mohrenköpfe isst und davon 30 bis 40 Stück auf einmal essen würde. Dies könnte leicht dazu führen das er nie mehr Mohrenköpfe sehen mag, geschweige denn Essen.
Bei diesen Interventionen wird die Treibersubmodalität eines Zwanges so verstärkt, bis sie eine Schwelle überschreitet die den Zwang auflöst.
Der Vorteil dabei ist das man nicht tatsächlich das zwanghafte Verhalten ausführen muss.
Vorsicht!
Diese Technik kann auch dazu führen das sich der Zwang verstärkt wenn z.B. die Schwelle nicht überschritten wird. Außerdem muss eine separate Ökologie Überprüfung stattfinden, da sie in der Intervention selbst nicht enthalten ist.
Swish:
Das Swish Muster eignet sich sehr gut um mit Ängsten und Zwängen zu arbeiten und vor allem um sich selbst ein positiveres Selbstbild zu schaffen.
Beim Swish wird ein Auslöser (für ein bestimmtes unerwünschtes Verhalten) dazu benutzt um das Gehirn in ein vorher erarbeitetes Ziel (positives Selbstbild) zu lenken.
Das besondere dabei ist, das ein natürlicher Auslöser dazu benutzt wird um es mit einem positiven Selbstbild zu verknüpfen, so dass der Auslöser nun zu einem gewünschten Ziel führt.
Der Swish setzt nicht bei der Verhaltensebene an, sondern auf der Fähigkeits- und Überzeugungsebene. Deshalb sind die Anwendungsmöglichkeiten.
Weitere Methoden folgen. Fragen können wie immer im Forum gestellt werden.

Sat, 17.03.2012 13:34
Danke, das werd ich mir mal ge nauer ansehen. LG