Vor ein paar Tagen habe ich einen neuen Blog ins Web gestellt.
weg-zum-ursprung . In diesem Blog setze ich mich mit einer Methode auseinander die mir so spannend erscheint und wo so viele Dinge ineinander greifen, dass es sich lohnt einen eigenen Blog daraus zu machen. Der Aufbau ist nun nicht so, dass einfach ein Prozess beschrieben wird, sondern Schritt für Schritt. Er beginnt mit der gedanklichen Auseinandersetzung zu Interventionen, Methoden, Modelle und Philosophie. Dies mündet dann in der Erklärung der Anwendungspraxis. Dieser Prozess nennt sich MST und zeigte sich in der Praxis außerordentlich Kraftvoll und scheint universal Einsetzbar zu sein. Die Rückmeldung der Coachees und Seminarteilnehmern ist sehr positiv.Das Wissen um den Prozess herum so wie die Anwendung wird gerne weitergegeben. Sie sind gerne eingeladen sich konstruktiv sich am Blog zu beteiligen.
Die Folgende Auflistung ist ein Auszug, wo wir leicht mit Persönlichkeitsanteilen in Kontakt kommen.
Mögliche Kontexte:
- Innere Zerrissenheit bei einem Thema
- Was Kritisiere/verurteile ich an mir selbst oder anderen
- Was kritisieren andere an mir
- Dinge die wir vermeiden
- Ideen, Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen die wir schnell wieder verwerfen
- Krankheit
- Sucht
- Anhaftungen
- Traumas
- Beziehungskonflikte
- Angetriebensein nach Anerkennung/Liebe, Sicherheit, Erfolg/Geld/Besitz, Kontrolle, Macht, Sex/Lust, Konkurrenz, Religion/Spiritualität, suchen ohne wissen wonach, Beziehung, Perfektion, anderen zu helfen, Hilfe zu bekommen.
Wir sprechen hier von einem Modell, doch auch über etwas was Sie bei sich selbst oder bei einem Klienten überprüfen können. Die Persönlichkeit hat nicht nur eine innere Stimme, eine Meinung, einen Charakter. Wenn wir ein homogenes Selbst wären, so wäre unsere Gedanken, Gefühle und Handlungen eine einheitliche Sache. Es gäbe kein hin und her in uns, nicht viele verschiedene Rollen, die wir in den unterschiedlichen Lebenskontexten einnehmen. In uns wirken verschiedene Selbste, die sich im Alter, Funktion und Charakter unterscheiden können. Nehmen Sie einen vertretbaren (etwas mit dem Sie umgehen können) Kontext aus der obigen Liste heraus. Beschäftigen Sie sich eine weile mit diesem Thema und beobachten Sie die verschiedenen mehr oder weniger subtilen inneren Stimmen, Bilder und Regungen in sich. Lassen Sie sich abwechseln auf eine „Seite“ (innere Stimme, Regung) ganz ein. Es ist ganz leicht, Sie werden es entdecken!
Diesen inneren Selbsten werden manchmal Namen geben, wie: Bewacher, Kritiker, Träumer, Krieger, Sexual, Kind, Dämon, Mutter, Vater, Gruppe, Mächtige, Spirituelle, Analytiker, Skeptiker, Fremder, Weise, Komiker, Beschützer, Verletzte, Beobachter, unpersönliche Selbst
Unter Umständen kann man auch auf sonderbare Teile treffen, wie Fremdenergien, Dämonische Teile (ist kein Dämon gell!) u.a.
Diese Namen werden diesen Anteilen in der Regel nicht gerecht, genauso wenig wie wenn wir einen Menschen in Schubladen sortieren. Sie können allerdings bestimmte Schwerpunkte der Motivation aufzeigen.
Wenn Sie nun sich ganz in so einen Teil hineinversetzen und dabei durch eine spezielle abgelebte Brille schauen, können Sie sogar noch die Teilung des Teils in sich feststellen. Auch hier wirkt das Prinzip der Dualität.
Jeder dieser Teile verfolgt ein „weg von“ (Vermeidung) und ein „hin zu“ bis hin zu seinem Quellzustand (Nondual).
Je tiefer Sie diese Intentionsketten bei den einzelnen Teilen herausarbeiten umso ähnlicher werden sich diese und im Kern sind alle wieder gleich. Wenn die Grundprinzipien eines Modells (nicht allein das Teile Modell) funktionieren entstehen neue und bekannte Interventionen, die eine große Tiefe erreichen. Diese Kernzustände bieten die wunderbare Möglichkeit der Fusion. Spaßeshalber nannten wir diesen Prozess den „Kernfusionsprozess.“ Wie auch immer, die Ergebnisse sind großartig.
Diesen Beitrag im NLP Forum diskutieren
Diese Makrostrategie geht auf Walt Disney, den Mitbegründer der weltbekannten Disney Company zurück. Disney war ein sehr kreativer Mensch und auch in der Lage seine Visionen umzusetzen. Seine einzigartige und produktive Art war es wohl, weshalb er als Modell im NLP Einzug erhalten hat. Disney soll die Phasen von der Idee bis zur Umsetzung in drei Phasen aufgeteilt haben. Diese waren:
1. Das kreative Träumen oder die Vision.
2. Der realistische Planer
3. Der konstruktive Kritiker
Auch in diesem NLP Modell geht es um Teile in uns, die in einen strategischen Ablauf gebracht werden. Die Idee ist, es gibt einen Teil in uns der kreativ und visionär ist, einen Teil der machbare Pläne machen kann und einen der diese Pläne auch auf konstruktive Weise überprüfen kann. Der Basisablauf sieht vor, das wir die einzelnen Teile durch verschiedene Positionen im Raum trennen, z.B. indem wir an unterschiedlichen Positionen im Raum stehen oder sitzen. Diese Räumliche Trennung soll gewährleisten, dass wir uns leichter auf die Funktionen der Teile einlassen können und sie nicht miteinander vermischen. Zudem soll es uns helfen eine Idee in der richtigen Reihenfolge aufzubereiten. Wenn du eine Idee hast und schon kommt der Kritiker und verwirft sie wieder, oder du willst sie gleich umsetzen ohne sie zu überprüfen, kann das schnell schief gehen. Deshalb sieht der Ablauf vor das du dir die Idee ausgiebig vorstellen darfst, das dann der Planer einen Umsetzungsplan dazu entwirft und der Kritiker diesen Plan kritisch unter die Lupe nimmt. Hat der Kritiker dann Einwände geht es wieder auf die Position des kreativen Teils, der Lösungen für die Einwände findet. Der Planer baut die Lösungen in den Plan ein und legt sie dem Kritiker wieder vor. Dieser Ablauf geht solange in Kreis weiter, bis alle drei Teile in uns zufrieden sind.
Solche Prozesse funktionieren auch in Gruppen, indem man z.B. drei Tische im Raum aufstellt. Beim kreativen Tisch werden die Ideen gesammelt, am Planer Tisch wird versucht daraus einen Plan zu entwerfen und am kritischen Tisch bringt jeder seine Einwände ein, wofür dann wieder am kreativen Tisch Lösungen gesucht werden. Am Planer Tisch wird dann der Plan modifiziert und am kritischen Tisch wieder von allen überprüft usw. Diese Vorgehensweise nutzt die Gruppen Ressourcen recht gut und führt auch zu einer starken Identifikation jedes einzelnen zum gemeinsamen Ziel.
Auch in einem Seminar lassen sich oft Teilnehmer ausmachen, die bevorzugt eine der Positionen einnehmen. Der eine hat stets einen kritischen Beitrag zu leisten, der andere hat kreative Vorschläge und wiederum ein anderer will endlich was tun. Ein Trainer/in kann in diesem Fall diese Beiträge nach der Disney Strategie strukturieren und für alle dadurch das Seminar noch fruchtbarer machen.
Therapeutisch kann dies auch aufzeigen, ob es irgendwelche Schwierigkeiten innerhalb der einzelnen Teile gibt. So kann z.B. kreative Teil nie richtig kreativ sein, weil der Kritiker sich ständig einmischt oder weil die Fähigkeit zur Kreativität blockiert ist. Der Kreative Teil kann aber auch so abgehobene Ideen haben, dass der Planer das nicht umsetzen kann. Ähnliche Schwierigkeiten können auch bei den anderen beiden Teilen auftauchen. So kann der Planer nicht planen, oder der Kritiker ist destruktiv und macht alles nieder. In diesem Fall ist die Basisversion nicht besonders erfolgreich und man muss sich erst um diese Thematiken kümmern.
Natürlich lassen Sie die einzelnen Teile/Funktionen auch optimieren. Denn Jeder Teil/Funktion hat wiederum eine eigene Mikrostrategie, Glaubenssätze und Werte. Durch das optimieren der einzelnen Teile, auch im Hinblick auf die Zusammenarbeit, lässt sich die Effizienz der Intervention erheblich steigern.
Es gibt noch vieles weitere zu diesem NLP Modell schreiben, doch ich hoffe erstmal einen groben Überblick geschaffen zu haben.
Doch nun zu der Basisanleitung:
Nimm einen Plan, ein Projekt, eine Vision, einen Wunsch, eine Idee, was du gerne verwirklichen möchtest, aber noch keine richtige Strategie oder Vorstellung davon hat, wie dies tatsächlich in Zukunft umzusetzen ist.
1. Träumer, Handelnder und Denker als Zustände etablieren
Markiere drei Positionen im Raum, in dem du z.B. drei Blätter beschriftest oder Stühle im Raum aufstellst.
Dann stelle dich auf das Blatt oder setzte dich auf den Stuhl des kreativen Teils und erinnere dich an eine Zeit wo du besondern ungezwungen kreativ warst. Lass den Zustand der Kreativität immer mehr zu in den du frei den Endzustand deines Vorhabens vorstellst und auch die positiven Gefühle zulässt.
Wechsel nun den Platz und stelle dich auf das Blatt oder setzte dich auf den Stuhl, für den Planer/Umsetzer und erinnert dich an eine Zeit wo du erfolgreich geplant hast ........
Wechsle wieder den Platz und stelle dich auf das Blatt oder setzte dich auf den Stuhl, für den Kritiker. Erinnere dich an eine Zeit wo du besonders sinnvoll und konstruktive Kritik geleistet hat, die geholfen hat ........
Metaposition einnehmen
Stell dich ein paar Meter entfernt hin und betrachte die einzelnen Plätze der Teile von außen. Wie ist deine Einschätzung zu den Teilen/Funktionen? Sind sie gleichberechtigt, hierarchisch. synergetisch usw.? Waren Sie untereinander vermischt? Also gab es z.B. im kreativen oder Planer Teil kritischen Stimmen. Wenn du hier was feststellst, wiederhole die Schritte des Etablierens, schaffe eine gleichberechtigte Ordnung und sorge dafür dass jeder Teil/Funktion nicht von anderen Funktionen beeinflusst ist.
1. Durchgang:
Kreativer Teil: Stelle dir den Endzustand deines Ziel so klar und vollständig wie möglich vor.
Wechsel den Platz
Planer: Welche Schritte sind notwendig um dieses Ziel zu erreichen. Entwerfe einen ersten Plan.
Wechsel den Platz
Kritiker: Gibt es Einwände? Fehlt etwas? Zum Beispiel bestimmte Ressourcen? Ist es realistisch, glaubhaft?
2 Durchgang:
Kreativer Teil: Finde Lösungen zu den Einwänden des Kritikers, sofern es welche gegeben hat.
Wechsel den Platz
Planer: Modifizieren wenn notwendig den Plan.
Wechsel den Platz
Kritiker: Passt der Plan jetzt oder gibt es weitere Beanstandungen?
Weitere Durchgänge:
Wiederhole diese Durchgänge so lange, bis es keine Weiteren Einwände gibt und alle teile zufrieden sind.
3. Abschluss: Generalisierung und Verknüpfung
Ohne bestimmte Fragen oder Gedanken werden jetzt die einzelnen Positionen drei Mal (immer schneller) durchlaufen. Der Kreis wird dabei immer enger und endet im Mittelpunkt der drei Positionen. Dies ist der Punkt der Intuition, dort wo schon alle Informationen zusammengeflossen sind.
So, das war jetzt die Basis Anleitung und ich hoffe ich habe das einigermaßen verständlich hingekriegt. Die Disney Strategie ist ein nettes Tool um Ideen anzustoßen und um mehr Informationen zu bekommen.
Bei Fragen oder Beiträge einfach melden.
Es gibt viele Modelle der menschlichen Persönlichkeit. Modelle sind aber nicht die Persönlichkeit, sondern nur Landkarten, die mehr oder weniger nützlich sind. Auch wir selbst haben so eine Landkarte von uns, von der wir allerdings nur einen Ausschnitt sehen können. Der Rest der Landkarte liegt in unserem unbewussten und ist in der Regel nur durch verschiedene Arbeiten wie die Hypnose oder der Meditation zugänglich. Doch auch wir sind nicht diese Landkarte, haben uns aber so sehr mit den Inhalten dieser Karte identifiziert, dass wir tief und fest glauben, dass diese Inhalte unser ICH ist. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob die Karte spirituelle oder religiöse Elemente enthält. Dieser Glaube und es ist nur ein Glaube, führt uns dazu, das wir uns als ein getrenntes Subjekt wahrnehmen in einen Meer aus Objekten und machen Objekten unserer Wahrnehmung sprechen wir eine eigene Subjektivität zu. Dieser Glaube der Trennung führt zu dem Antrieb des Überlebens. Dieser Wunsch zu Überleben ist Elementar und findet sich in beinahe allen Motiven, Zielen und Wünschen. Über dem Motiv zu Überleben liegt das Bedürfnis nach Sicherheit. Sicherheit soll uns absichern, dass unser Überleben gewährleistet ist, deshalb streben wir bewusst oder unbewusst an, uns mit verschiedenen Mechanismen, innerlich und äußerlich abzusichern. Darüber und auch von den anderen beiden Motiven bedingt, liegt der Wunsch nach Zuneigung und Liebe, diese gewährleisteten uns, das es Orte und Menschen gibt, wo wir willkommen sind, den als getrenntes Individuum ist das Überlebenswichtig. Dazu gehört auch Anerkennung, welches uns eine Daseinsberechtigung gibt. Auch das entspringt aus dem Wunsch zu Überleben und je weniger Sicherheit wir meinen zu haben umso mehr kämpfen wir darum. Das gleiche gilt für das streben nach Macht. Und um all diese Dinge zu sichern, haben wir den Wunsch zu kontrollieren und auch hier ist es so, je unsicher wir uns fühlen umso mehr haben wir den Drang dazu. Interessanterweise gibt es diese Wünsche oder Motive auch in umgekehrter Form. Ja, und auch das war nur ein Modell, eine kleine Landkarte mit den wichtigsten Stützpfeilern unserer scheinbaren Persönlichkeit. Vielleicht regt sie an zum Nachdenken und zu Austausch.

Sat, 17.03.2012 13:34
Danke, das werd ich mir mal ge nauer ansehen. LG