Pacen (Gleichschreiten) bedeutet, sich in der Körperhaltung, dem Sprachverhalten, der Gestik, dem Sinneskanal, dem Atemrhythmus und sogar den inneren Mustern des Gesprächspartners anzupassen. Dadurch entsteht auf einer unbewussten Ebene ein intensiver und zuverlässiger Kontakt, der unabhängig ist von der inhaltlichen Übereinstimmung des Gespräches.
Es ist seit langem bekannt, dass Menschen, die sich gut verstehen, sich meist aneinander angleichen. Dies lässt sich leicht feststellen wenn man Menschen beobachtet. Dieses aufeinander „einschwingen“ ist eine natürliche gegenseitige Reaktion wenn sich Menschen gut verstehen.
Damit ist natürlich nicht das nachäffen gemeint, wo ich einfach alles so mache wie der andere, sonder das direkte oder indirekte Reflektieren (Zeitversetzt) des anderen auf verbaler und non-verbaler Ebene.
Die meisten Menschen reagieren positiv auf diese Ähnlichkeit, was vermutlich noch aus unserer Urzeit stammt. Es schafft Zugehörigkeit. Wir können das leicht erkennen, wenn wir jemanden treffen der ein gleiches Hobby hat wie wir, oder wenn wir in Australien einen anderen „Deutschen“ treffen würden (den wir sonst vielleicht nicht mal gegrüßt hätten). Diese NLP Technik (wurde modelliert) wird verwendet um den Kontakt (Rapport) zu fördern. Es gibt viele berufliche Bereiche wo dies sinnvoll erscheint, wie Verkauf, Coaching, Therapie, Führung. Einen guten Kontakt herzustellen gehört hier für manche einfach zum Job und fördert den Erfolg. Ist das Manipulation? Logisch, weil hier bewusst versucht wird denn anderen zu beeinflussen. Ist das schlimm? Das hängt wie immer von der Intention ab. In der Regel versuchen alle Menschen bestimmte andere Menschen zu manipulieren, auch wenn sie es nie so nennen würden. Wenn die Intention ethisch und positiv ist das OK, oder?
In NLP Seminaren und Ausbildung wird, wie in letzten Artikel gelesen, die Wahrnehmung trainiert. Eine geschärfte Wahrnehmung hilft dabei vor allem dabei Informationen zu sammeln. Diese Informationen werden einerseits dazu genutzt um die Kommunikation zu verbessern und andererseits mit den verschiedenen NLP Methodiken besser umgehen zu können. Gehen wir hier einmal auf das bevorzugte Repräsentations-System ein, welches auch dazu benutzt wird um eine bessere Kommunikation zu bekommen
Repräsentations-Systeme: Als Repräsentations -Systeme werden in NLP die Wahrnehmungs-Systeme bezeichnet, mit denen wir die Umwelt wahrnehmen. Es sind die fünf Sinne: das Sehen (visuell), das Hören (auditiv), das Fühlen (kinästhetisch), das Riechen (olfaktorisch) und das Schmecken (gustatorisch). Abgekürzt wird das im NLP mit VAKOG. Der Tast-Sinn (taktil) wird nicht als eigener Sinn behandelt, sondern dem Fühlen zugeordnet. Wie nehmen die äußere Welt mit unseren Sinnen auf und Repräsentieren auch unsere innere Welt mit den Eigenschaften dieser Sinne. Das soll heißen, ich kann auch in meiner inneren Welt Bilder sehen, hören, riechen, schmecken und fühlen. Wenn ich nun ein Wort höre, muss ich dieses Wort erst übersetzen in VAKOG. Hören ich das Wort Baum, muss ich erst in eine innere Vorstellung davon haben um es verstehen zu können, z.B. in dem ich das Bild eines Baumes innerlich sehe. Diese „Übersetzung“ kann mit allen Sinnen geschehen, doch wir benutzen dabei einen Sinn bevorzugt.
Im NLP wird nun versucht diesen bevorzugten Sinneskanal zu erkennen um mit dem anderen dann mit Wörtern zu kommunizieren die diesem bevorzugten Sinneskanal entsprechen.
Wörter Sehen: einleuchtend, offensichtlich, klar, Überblick, Ansicht
Perspektive, Durchblick, Einblick, schleierhaft, trüb, düster, usw.
Sätze: Das sieht gut aus. Das ist doch offensichtlich. Das ist mir schleierhaft. Das sind ja düstere Aussichten. Jetzt habe ich den Durchblick.
Wörter Hören: unerhört, Einklang, Anklang Widerhall, Donnerwetter, hören, klingt, laut, usw.
Sätze: Das hat bei mir Anklang gefunden. Das ist doch unerhört. Jetzt gibt es aber ein Donnerwetter. Klingt gut.
Wörter Körper: Begriff, schwerfällig leichtsinnig, hart, niedergeschlagen, prickelnd, Hitze, Handfest, usw.
Sätze: Bist du schwer von Begriff. Der ist so schwerfällig. Das war leichtsinnig. Eine Handfeste Sache. In der Hitze des Gefechtes.
Riechen, Schmecken: dufte, stinkt, schmeckt, Geschmack, fad, sauer, bitter, süß, usw.
Sätze: Die Sache stinkt doch. Das schmeckt mir nicht. Ich bin sauer. Das ist echt dufte von dir. Das war echt bitter.
Verwende ich nun Sätze mit Worten, die dem bevorzugten Sinneskanal (Repräsentationssystems) des anderen entspricht, kann diese leichter mit meiner Art der Kommunikation umgehen und sie aufnehmen. Das verbessert den Kontakt und fördert auch die Beziehung.
Zu dem wird auch die Sprechgeschwindigkeit (und andere Modalitäten) berücksichtigt. So sprechen z.B. Menschen, die Wörter bevorzug in Bilder übersetzen meist schneller als Menschen die dabei mehr ins fühlen übersetzen. Spricht nun der visuelle Mensch sehr schnell, kommt der kinästhetische Mensch nicht mehr mit und andersherum strengt es den visuellen Menschen sehr an, wenn jemand zu langsam spricht. So die grobe Theorie und auch die Praxis, denn es gäbe dazu noch vieles zu sagen, wie z.B. das Leitsystem und anderes. Ich passe also meine Wortwahl und meine Sprechgeschwindigkeit an und schon habe ich eine bessere Kommunikation. Klingt einfach und logisch, ist es aber nicht. Sicherlich ist dieses Wissen und die erlernte Fähigkeit hier nützlich und lässt sich auch in der Praxis einsetzen, doch können Menschen schnell mal nach Lebenssituation ihren „Kanal“ wechseln. Der Mensch ist ein dynamisches System und alle „Schubladen“ taugen nur bedingt. Positiv finde ich hier beim NLP das „Kalibieren“ womit gemeint ist, dass ich mich stets immer wieder aufs Neue auf den anderen einstimme. Dann ist dieses Wissen nützlich und geschieht in der Regel auch von alleine.
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Ausbildungen in NLP kann man inzwischen in fast jeder größeren Stadt machen. Die Teilnehmer dieser Ausbildungen kommen aus den unterschiedlichsten Berufen:
Wirtschaft, Coaching, Gesundheitswesen, Psychotherapie, Pädagogik, Gerichtswesen, Mediation, Sport, Verkauf, Training usw.
Die meisten machen diese Ausbildung sicher als Zusatzqualifikation für ihren Beruf. Andere stellen das NLP mehr in den Mittelpunkt als Trainer oder Coach. Aber es gibt auch Teilnehmer, die diese Ausbildung nur für sich und die eigene Familie machen.
Der DVNLP und andere Verbände setzen gewisse Mindestinhalte für die Ausbildung voraus und stellen Anforderungen an die Ausbilder. Dennoch hängt die Ausrichtung der Ausbildung sehr von dem Erfahrungshorizont der Trainer/innen ab. Da NLP sehr flexibel und auf die unterschiedlichsten Bereiche übertragbar ist, ist es wichtig bei der Auswahl eines Ausbildungsinstitutes darauf zu achten, das die Trainer praktische Erfahrungen aus dem Gebiet mitbringen, wo man das NLP selbst einsetzen will.
Besuchen Sie auch vor Beginn einer Ausbildung eine Informationsveranstaltung des Institutes, oder suchen Sie das persönliche Gespräch, um die Trainer kennen zu lernen. So können Sie abschätzen ob ihnen der/die Trainer auch persönlich zusagen. Bedingt hilfreich sind auch Empfehlungen von ehemaligen Teilnehmern. Da ich selbst einige Practitioner und Master Ausbildungen geleitet habe, beantworte ich gerne Fragen dazu. Allerdings biete ich selbst keine Ausbildungen hierzu an und gebe auch keine konkreten Empfehlungen zu Ausbildungsinstituten. Institute, Trainer oder ehemaligen Teilnehmer können kostenlos und unverbindlich auf diesem Blog über ihre Angebote oder Erfahrungen berichten. Aber nicht als Werbungstext, sondern als informativen und persönlichen Beitrag.
Ein NLP-Lehrtrainer verfügt insbesondere über die nachstehend im Einzelnen aufgeführten Qualifikationsnachweise:
- NLP-Practitioner, NLP-Master und NLP-Trainer, DVNLP, oder laut DVNLP vergleichbare Abschlüsse sowie mindestens drei Jahre NLP-Erfahrung seit Beginn der Practitionerausbildung und 30 Stunden Einzel-Coaching/ Therapie bei einem NLP-Anwender, mindestens NLP-Master, DVNLP.
- Qualifizierte Assistenz eines NLP-Practitioner- und eines NLP-Master-Trainings, DVNLP, oder laut DVNLP vergleichbarer Trainings. Qualifizierte Assistenz bedeutet, dass der Lehrtraineranwärter das gesamte Training als Assistenzperson aktiv begleitet und während des Trainings unter der Supervision des Lehrtrainers das Training mehrfach für einen begrenzten Zeitraum übernimmt. Der detaillierte Nachweis der Assistenz bestätigt die Ordnungsmäßigkeit und Vollständigkeit der Assistenz und den Zeitraum. Die inhaltliche Gestaltung der Assistenz liegt im Ermessen des Lehrtrainers.
- 500 Stunden Unterrichtserfahrung, z.B. in der Erwachsenenbildung, innerbetrieblichen Weiterbildung, in Schulen oder vergleichbare unterrichtende Tätigkeiten
- Aufgrund vieler innovativer Angebote im Aus-, Weiter- und Fortbildungsbereich hat die AFK die Anforderungen an die 150 Stunden Fortbildung im Bereich der humanistischen Psychologie für die Lehrtrainer-Anerkennung aktualisiert.
Es werden nachfolgend aufgeführte Verfahren -jetzt als psychologische Verfahren benannt- anerkannt. Die 150 Stunden müssen sich aus drei weiteren Bereichen, neben dem NLP, zusammensetzen:
Coachingausbildung
Encounter
Entspannungsmethoden
Familientherapie
Familienstellen
Gesprächstherapie
Gesprächstherapie nach Rogers
Gestalttherapie
Hypnotherapie
Hypno-Fort- / Ausbildung
Heilpraktikerschein: groß
Hellinger
Mediation
Organisationsaufstellungen
Personalentwicklung
Psychoanalyse nach Jung, Adler, Freud
Psychodrama
Psychotherapie (HP klein)
Provokative Therapie
Suggestopädie
Supervision
Systemische Therapie
Themenzentrierte Interaktion
Transakationsanalyse
Verhaltenstherapie
Gordon-Familientraining
Andere Aufstellungen
Ebenso werden akademische Abschlüsse mit humanistischen/psychologischen Fächer anerkannt. Hierzu zählen:
Humanmedizin
Kunsttherapie
Linguistik
Musiktherapie
Psychologie
Sozialpädagogik
Soziologie
Werbepsychologie
etc.
Die Aufteilung der 150 Stunden ist frei wählbar. Kenntnisse psychologischer Literatur in den für NLP relevanten Bereichen, die z.B. im Rahmen eines Psychologiestudiums, Studiums der Sozialpädagogik, einer Heilpraktikerausbildung/Psychotherapie, durch Teilnahme an psychotherapeutischen Fachkongressen, interkollegialem Literaturstudium erworben sein können. Davon müssen mindestens 50 Stunden nachgewiesen werden.
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Sat, 17.03.2012 13:34
Danke, das werd ich mir mal ge nauer ansehen. LG