Jan 9

Kontrollmotive wollen das Erreichte erhalten und Gefahr vermeiden. Kontrolle ist das Gegenteil von Hingabe und bedingt einen freien Willen. Das Thema freier Wille ist für die Kontrolle ein erheblicher Maßstab. Inwieweit haben wir Kontrolle?  
Wie viele Entscheidungen sind eigentlich unsere eigenen Entscheidungen? Neulich war ich bei Freunden eingeladen und sah, wie diese ihr Wohnzimmer eingerichtet haben. Das «brachte«  mich auf die Idee, auch mein Wohnzimmer umzustellen. Was hat  mich nun zu der Handlung «Wohnzimmer umstellen« gebracht? Die Idee? Das Wohnzimmer meiner Freunde? Die Einladung? Oder weil ich meine Frau kennengelernt habe, die mich mit ihrem Freundeskreis bekannt gemacht hat? Wäre damals allerdings nicht die Scheidung von meiner Exfrau gewesen, gäbe es vermutlich meine heutige Frau nicht in meinem Leben. Das könnte ich 
immer weiter zurückverfolgen, z.B. wenn ich mich beruflich anders entschieden hätte, wäre ich wo ganz anders hingezogen und ich hätte meine Ex-Frau nie kennengelernt. Unzählige Ereignisse führen eine Situation herbei, die scheinbar zu einer Konstellation führen, die wiederum diese Entscheidung ermöglichte. Konnte ich denn das alles planen? Lag es also in meiner Kontrolle, in meiner Macht? Ganz sicher nicht. Anders gesehen, sind es meist spontane Gedanken, die zum nächsten Gedanken führen und dann zur Entscheidung. Habe ich entschieden, diesen einleitenden Gedanken zu haben? Auch das habe ich nicht. Waren es meine unbewussten Programme aus meinem Unterbewusstsein? Vielleicht, doch wer hat die programmiert? Nun vielleicht meine Eltern durch die Erziehung. Doch wer hat meine Eltern programmiert? Deren Eltern. Wenn ich das weiterverfolge dann lande ich bei Adam und  Eva. Und wer hat die programmiert? Gott? Vielleicht war es aber auch die Evolution – doch wer hat die Evolution programmiert? Mit der Zeit drehen wir uns im Kreis, aber sicher nicht dahin, dass wir  einen ach so freien Willen haben. Unser freier Wille scheint also zumindest sehr bedingt zu sein, was dann auch wenig Raum für Kontrolle übrig lässt. Und dennoch ist uns die Kontrolle so wichtig,  und wir kämpfen darum, auch wenn Kontrolle zu haben im Wesentlichen eine Einbildung ist.  
 
Die Erkenntnis, dass wir bei weiten eben nicht die Kontrolle haben, kann zu verschiedenen Reaktionen führen. Einerseits kann sie zur Entspannung führen, wenn wir dem «Leben«, oder einer  guten Macht vertrauen und weil wir dann leichter loslassen können. Es kann aber auch Angst machen, weil dann Punkte, wie  Liebe, Sicherheit und Überleben nun eben nicht mehr sicher sind.
 
Das Ausmaß unserer Kontrollebestrebungen ist zu gleich auch das Ausmaß der Angst, welches wir vor dem Leben haben.  

 Auszug aus den kostenlosen Ebook unter www.a9o.de

Posted by Uwe Schwarz

Jun 22

Erst einmal muss gesagt werden, dass Trauer ein natürlicher Prozess ist und in Normalfall nicht behandelt werden braucht.
 
Manchmal aber leiden Menschen nach einem Verlust ungewöhnlich lange und dieser innere Schmerz lässt sie nie so ganz los. Dies hat mehrere Gründe. In dieser NLP Intervention  wird die Art und Weise wie der Trauernde an den Verlust denk im Zusammenhang mit den Werten behandelt. Die Beschreibung des Prozesses klingt vielleicht etwas kompliziert, technisch und gefühlsarm. Jedoch kann ich aus der vergangenen Praxis sagen, das dies nicht so sein muss und vom Begleiter/in abhängt.

Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig, wie eben die Trauer auch.

Anwendungsmöglichkeiten:

Verlust durch Adoption, Selbstmord, Krankheit, Unfälle, Tod usw. .
Trennung in Beziehungen
Verlust der Heimat
Verlust eines Haustieres, Besitzes, Job.
Verlust von Fähigkeiten z.B. Sport.
Räumliche Trennung von geliebten Menschen.
Trauer über etwas was man eigentlich nie hatte: kein Kind bekommen, verlorener Traum, Ziele nicht erreichbar.
Verlust einer glücklichen Kindheit.
Vortrauer- zur Stärkung bei bevorstehenden Verlusten.

Durch den Trauerprozess werden erstens, die Submodalitäten verändert wie an den Verlust gedacht wird und zweitens eine Zukunft geschaffen in denen der Mensch die verloren geglaubten Werte wieder erleben kann. Die Auswirkungen sind in der Regel die, das der Mensch nun nicht mehr so unter diesem Verlust leidet und positiver in die Zukunft schaut. Bei einigen Menschen verschwindet nur der innere Schmerz. Wenn der Verlust, z.B. der Ehegatte, eine sehr große Rolle spielte was das eigene Selbstbild betrifft müssen weitere Interventionen angefügt werden.

Trauerprozess

1.    Denke an die Person, bei der du den Verlustschmerz fühlst. Es sollte eine positive, oder neutrale Erinnerung sein. Erarbeite die Submodalitäten, und lege dann das Bild  für einen Moment auf die Seite.

2.    Denke bitte jetzt an jemanden der nicht mehr in Deinem Leben ist, bei dem Du dich aber trotzdem gut fühlst, wenn Du an diese Person denkst, es ist ein Gefühl von Anwesenheit (z.B. Ein/e alte/r Schulfreund/in).

Erarbeite die Submodalitäten.  

3.    Möchtest Du gerne an die 1 Person so denken wie an die 2te Person?

4.    Öko - Check.

5.    Verändere die Submodalitäten von Bild/Film 1 so, dass sie denen von Bild/Film 2 gleichen. Lasse danach einige schöne Erinnerungen in den neuen Submodalitäten ablaufen.

6.    Test: Wie fühlst du dich jetzt?

7.    Schließe nun die Augen, und denke an Person 1, erinnere Dich jetzt nur an die guten Erlebnisse und mache dir bewusst welche Werte Dir in der Beziehung wichtig waren?

8.    Identifiziere die verschiedenen Werte.

9.    Bringe nun diese Werte in ein Separates Bild. Dieses Bild kann durchaus symbolischer oder abstrakter Art sein, es enthält jedoch die Essenz all der schönen Erlebnisse und Werte die du mit der Person hattest. Erfrage die Submodalitäten.

10.    Nun stell dir vor welche Formen diese Werte in deiner Zukunft für dich annehmen könnten, mache dir dazu ein Bild/Film an einer dritten Stelle. Wie könntest du die gleichen Werte mit einer anderen Person leben? Dieses Bild kann etwas verschwommen oder unklar sein, weil du ja noch nicht genau weißt, wer diese Person sein wird.

11.    Kleide nun dieses Bild in die gleiche Submodalitäten, wie du sie unter Punkt 9 hattest und erlebe weiter wie du diese Werte mit einer anderen Person erlebst.

12.    Nimm nun dieses Bild und vervielfältige es, so dass du einen ganzen Stapel an Bildern/Filmen bekommst. Während du es vervielfältigst, stellt sich heraus, dass jedes ein bisschen anders ist, doch in jedem sind nach wie vor die kritischen Submodalitäten enthalten.


13.    Stelle dir nun deine Zukunft z.B. in Form einer Lichtstraße vor und streue diesen Bilderstapel entlang deiner Zukunftslinie aus, einige liegen etwas näher bei dir, andere liegen etwas weiter entfernt. Stell dir weiter vor, wie du von der Gegenwart aus, all diese Bilder sehen kannst und vielleicht kannst du schon die Vorfreude spüren, wenn du  siehst was auf dich wartet.

14.    Denke nun an die Person 1 Future Pace

Achte bei diesem Prozess darauf dass dein Partner in Trance kommt.
Beobachte ob es Widerstände gibt.
Es ist wichtig das dein Partner nachher in den neuen Submodalitäten an den Verlust denkt bzw. an solche die angenehm für ihn sind.
Überprüfe ob weitere Interventionen notwendig sind.

Fragen zur Intervention? Im Forum ist das Möglich.


Posted by Uwe Schwarz

Mar 23

Es gibt viele Modelle über die Persönlichkeit. Ein Modell soll eine Art Landkarte sein um das diffuse und das sich scheinbar ständig verändernde Gebiet der Persönlichkeit besser zu begreifen und zu bearbeiten. Eine Landkarte ist nicht die Realität, aber je genauer eine Landkarte (Modell) ist umso mehr und schneller können wir unser Ziele erreichen.

- Ein Persönlichkeitsmodell muss komplex genug sein um sicher zu navigieren zu können aber auch einfach genug um schnell genug damit umgehen zu können.

- Ein Persönlichkeitsmodell muss flexibel und erweiterbar sein und dennoch die Grundstrukturen des Modells beibehalten.

- Ein Persönlichkeitsmodell darf nicht nur die Persönlichkeit selbst abbilden, sondern auch den Kontext in dem die Persönlichkeit eingebettet ist.

Die Persönlichkeit ist auf dem Grundprinzip der Dualität aufgebaut.

Neben dem bewussten ICH gibt es eine Vielzahl mehr weniger aufgeprägten Persönlichkeiten, die sich alle wie ein Filter vor das bewusste ICH schieben können, oder gar das Ruder ganz übernehmen. Die einzelnen Teile können sich in der Ausprägung, Kraft, Funktion, Absicht, Verhalten und Reife unterscheiden sind aber in ihrem Grundmotiven gleich. Anstatt sich als Ganzes zu Erweitern, entwickelt sich die Persönlichkeit wie ein Mosaik um die vermeintlichen Aufgaben des zu meistern. Wie in einer Familie erleben wir unsere Persönlichkeit deshalb als harmonisch, hierarchisch, zerrissen, oder konkurrierend. Doch selbst im vermeintlichen harmonischen Zustand, ist es ein Zustand der Trennung/Teilung. Dies bedeutet immer noch einen „Energie“ Verlust im Vergleich zum Quellzustand.

- Alle Teile streben zu ihren Ursprung und bewegen sich dabei doch weg davon.
- Alle folgen dem Grundmuster des Überlebens und können doch aufgrund Ihrer Dualität zerstörerisch sein

- Jeder Teil ist an sich ohne Substanz, jedoch ein Ausdruck einer Idee (Energie und Information), sowie die Persönlichkeit als Ganzes auch.
- Die Komposition der Persönlichkeit ist dem Einfluss der universellen Qualitäten ausgesetzt (Gunas: Weisheit, Leidenschaft, Zerstörerisch)
- Jeder Teil kann sich in einer unterschiedlichen Entwicklungsphase (Alter) befinden.

Bei diesem Modell zeigt sich, das es zwar ein bewusstes Ich geben mag, jedoch ist das nicht das einzige Ich und selbst das bewusste ich ist einer stetigen Veränderung unterworfen. Im NLP ist die Arbeit mit den Teilen bekannt. Weitere Methoden haben das Teile Modell in ein Teilpersönlichkeiten Modell ausgeweitet. Auch wenn die Persönlichkeit oder das ich (wie man es auch interpretiert) ein Mosaik von Persönlichkeitsanteile sein mag, so ist nicht beantwortet, was ein Ich oder eine Persönlichkeit ist.

Doch zur vor schauen wir ein mal was man mit diesem Modell alles im Coaching alles erklären und anders angehen kann. Doch dazu mehr beim nächsten Beitrag




Diesen Beitrag im NLP Forum diskutieren


Posted by Uwe Schwarz

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Mar 7

Wertehierarchie. Wie im letzten Beitrag angekündigt wollen wir uns nun damit beschäftigen unsere Werte herauszufinden. Zur Erinnerung: die Werte sagen uns, wofür wir Zeit, Geld und unser Engagement investierten. Sie bestimmen die Reihenfolge was uns wichtig ist und somit auch den Grad unserer Motivation. Das es dabei Wertekonflikte geben kann und auch das wir manchmal nicht die Dinge tun die uns wichtig sind (Erfüllungskriterium) kommt später.
Der erste Schritt besteht darin die Werte im Allgemeinen herauszuarbeiten, dann die dazugehörenden Glaubenssätze, Muster und Erfüllungskriterien.
Die NLP gelernt haben kennen viele Wege um Werte herauszuarbeiten, deshalb machen wir es hier erstmal ganz einfach.
Nehmen wir an, Sie möchten auf ein Klassentreffen(kann auch was anderes sein) gehen, auf das Sie sich freuen. Was müsste sein oder passieren, damit Sie nicht dahin gehen (Grund 1. aufschreiben). Dann, was müsste passieren, das sie obwohl 1 passiert ist, dennoch hin gehen? (Grund 2 Aufschreiben) So machen Sie weiter, also was müsste passieren wen Grund 1 und 2 und sie wiederum nicht hingehen( Grund 3 aufschreiben)? Usw. Diese Art des Fragens führt zu immer wichtigeren Gründen die Sie höher bewerten. Mit ein wenig Nachdenken, kommen Sie so auf eine Art Hierarchie der ihrer Werte. Probieren Sie das mal aus und wenn es nicht klappt einfach melden. Als nächstes untersuchen wir dann was die Werte beinhalten.




Posted by Uwe Schwarz

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